Digitale Strategie
der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf
Wer wir sind
„Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf ist der bedeutendste Museumsverbund des Landes Schleswig-Holstein.“
Die großen Museen der Stiftung sind das Museum für Kunst und Kulturgeschichte, das Museum für Archäologie und das Freilichtmuseum Molfsee. Außerdem gehören das Jüdische Museum, das Eisenkunstgussmuseum Büdelsdorf, das Kloster Cismar, das Wikinger Museum Haithabu mit den Wikinger Häusern Haithabu und das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie als außeruniversitäre Forschungseinrichtung zur Stiftung. Als Stiftung öffentlichen Rechts sind wir rechtlich selbstständig. Landeszuwendungen und eigene Einnahmen sind die finanzielle Grundlage unserer Arbeit.
Die Museen der Stiftung geben Kultur und Geschichte ein Zuhause; mit ihnen identifizieren sich die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner. Die Sammlungen, Ausstellungen und Forschungen der Stiftung sind international sichtbar und wichtige Impulsgeber für den gesellschaftlichen und fachlichen Diskurs.
Wir sind Botschafter der Kultur für und in Schleswig-Holstein. Wir bieten Orientierung für kulturelle Identität und vermitteln grundlegende kulturelle Werte. Unseren Gästen ermöglichen wir ein einzigartiges Bildungs- und Kulturerlebnis. Um diese vielfältigen und spannenden Herausforderungen zu meistern, nutzen wir unsere individuellen Stärken und unsere gemeinsamen Potentiale.
Die Gäste unserer Museen und Einrichtungen rücken in das Zentrum unserer Arbeit, und dies sowohl im musealen als auch im organisatorischen Bereich. Wir binden unsere Gäste aktiv in die Entwicklung unserer Bildungs- und Vermittlungsziele ein und berücksichtigen aktuelle Trends und Bedürfnisse.
Wir entwickeln die Alleinstellungsmerkmale unserer Stiftung mit ihren Museen und Einrichtungen weiter. Bei den musealen Kernaufgaben orientieren wir uns an internationalen Standards; in Wissenschaft und Forschung vernetzen wir uns global. Wir erarbeiten differenzierte Sammlungskonzepte und setzen diese konsequent um.
Unsere Vision
„Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf ist eine kreative, engagierte, qualifizierte und verantwortliche Akteurin des digitalen Wandels.“
Die digitale Transformation verändert mit großer Geschwindigkeit unsere Gesellschaft in allen Lebensbereichen. In Museen wirkt sie durch ihre kreative Kraft besonders dynamisch und verändert ihre Welt nachhaltig. In diesem Wandel spielen wir mit unseren vielfältigen digitalen Angeboten und Erlebnissen sowie der digitalen Kommunikation über Social-Media-Kanäle, digitale Plattformen und moderne Homepages bereits eine aktive Rolle.
Digitaler Service erleichtert unseren Gästen die Vorbereitung, das Erlebnis und die Nachbereitung ihrer Museumsbesuche. In vielen Tätigkeitsfeldern der Stiftung suchen wir beständig nach effizienten, wirtschaftlichen und ökologischen Lösungen, um Arbeitsabläufe zu optimieren und unseren Gästen eindrucksvolle Erlebnisse zu bieten. Diese vielfältigen Bestrebungen zu bündeln, planbare Prioritäten zu setzen, messbare Ziele zu entwickeln und Arbeitsprozesse transparenter und zukunftsfähiger zu gestalten, ist der Zweck unser digitalen Strategie.
Ihre Zielrichtung ist gleichermaßen auf uns selbst und in die Gesellschaft gerichtet. So soll sie uns einerseits auf unserem Weg Orientierung geben und andererseits unsere Sichtbarkeit, Identität und Transparenz für unsere Gäste, Partner, Freunde und Förderer verstärken.
In ihr formulieren wir gemeinsam vereinbarte Ziele, die wir zwölf Leitlinien zuweisen. Sie verpflichten uns zur regelmäßigen Prüfung der Aktualität und Relevanz unserer digitalen Strategie. Diese hat außerdem die Aufgabe, unseren gesellschaftlichen Bildungsauftrag zeitgemäß und zukunftsorientiert zu erfüllen, indem die Attraktivität unserer Angebote erhöht, Bildung, Wissenschaft und Forschung nachhaltig vernetzt und das Arbeitsumfeld attraktiv und effektiv gestaltet wird.
Unsere Haltung
„Eine von Respekt, Mitbestimmung, Dialog, Kreativität und Pragmatik bestimmte Betriebskultur, eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit und Ökologie, auf unsere Gäste, Kunden und Partner orientierter Service, Innovation und Barrierefreiheit in Bildung, Vermittlung, Forschung und Kommunikation sowie Transparenz gegenüber der Gesellschaft tragen unsere Mission.“
Unsere digitale Strategie ist das Ergebnis eines kollegialen Prozesses, in den Mitarbeiter*innen der Stiftung eingebunden waren. Diese betriebliche Mitbestimmung in einer diskursiven, kollegialen und kreativen Atmosphäre ermöglicht es uns gemeinsam hinter unseren Zielen zu stehen und die daraus resultierenden Aufgaben zu erfüllen.
Das kulturelle Erbe des Landes zu sammeln, zu erforschen, zu bewahren und zu vermitteln heißt für uns auch ökologisch verantwortlich und nachhaltig zu handeln. Die Ziele und Maßnahmen unserer digitalen Strategie müssen wir deshalb an ihren Effekten für die Umweltbilanz messen.
Die Ziele innerhalb unserer Leitlinien folgen unserer wirtschaftlichen Verantwortung. Maßnahmen sind in ihrer finanziellen Wirkung abzuwägen und ihre Priorisierung daraus abzuleiten.
In der Optimierung des inhaltlichen und organisatorischen Zugangs zu den Angeboten der Stiftung gilt der Barrierefreiheit unserer digitalen Services besondere Aufmerksamkeit. Wir bekennen uns zur Inklusion und Barrierefreiheit und lösen dieses Bekenntnis durch Maßnahmen ein, die zum Abbau oder zur Minderung körperlicher, mentaler, sprachlicher, intellektueller, kultureller und technischer Barrieren führen. Diese Maßnahmen fließen bereits regelmäßig in die Konzeption und Planung digitaler Projekte ein und werden im Projektverlauf und in innerbetrieblichen Prozessen kontinuierlich geprüft. Diese Tradition ist uns Auftrag auch für zukünftige digitale Herausforderungen.
Gemäß unserem Leitbild orientiert sich die Arbeit der Stiftung vorrangig an unseren Gästen, Kunden und Partnern. In allen Tätigkeitsbereichen spielen deshalb die mit dem Service verbundenen Aufgaben eine besondere Rolle. Der digitale Wandel fordert von uns hierbei Offenheit und Kreativität. Innovativ und transparent wollen wir Gestalter unserer Gesellschaft sein.
Unsere Mission
„Leitlinien weisen uns (Betriebskultur) den Weg aus der Getriebenheit (Fremdbestimmung) zum Gestalten, aus dem Nebeneinander zum Miteinander und aus dem Konkurrieren zur Gleichwertigkeit.“
In zwölf Leitlinien formulieren wir unser Ziel, am digitalen Wandel nicht nur teilzunehmen, sondern ihn aktiv mitzugestalten und im Auftrag der Gesellschaft selbst eine treibende Kraft zu sein…
Die ersten vier Leitlinien (zielen) vor allem auf unsere Gäste und Kunden, die Leitlinien fünf bis acht auf unsere Partner in Bildung, Wissenschaft und Forschung und die letzten vier Leitlinien auf innerbetriebliche Prozesse. Alle Leitlinien sind miteinander verbunden und wirken im Zusammenspiel, das von unserer Haltung bestimmt wird. Mittelfristig sind Ziele, die wir in den folgenden Jahren in Angriff nehmen, langfristig jene, die ab der Mitte dieses Jahrzehnts im Vordergrund stehen.
1. Digitale Services vereinfachen die inhaltliche und organisatorische Erreichbarkeit und den Zugang zu unseren Angeboten, sowohl an den Standorten als auch im Internet.
Aktuell bis langfristig ist der Zugang zu den Museen über ein digitales Buchungs- und Ticketsystem bis zur digitalen Zutrittskontrolle vor Ort etabliert. Langfristig sind die Angebote der Stiftung in den digitalen Kanälen gegenseitig sichtbar und weisen attraktiv, offensichtlich, einfach und einladend aufeinander hin.
2. Präsenz und Kommunikation auf vielen diversen digitalen Kanälen erreichen die Zielgruppen inhaltlich und formal individuell. Damit gewinnen wir ein breites und beständiges Publikum.
Bereits jetzt und mit langfristiger Dauer entsteht für die individuelle, zielgruppenrelevante Ansprache ein digitales Programm, das in abgestimmten Formaten und Rhythmen fallbestimmte Kanäle wählt. Die regelmäßige Evaluierung schärft dabei den einzuschlagenden Weg. Langfristig gewinnen digitale Kooperationen und Partnerschaften mit Museen und Institutionen Raum und führen zu digitalen musealen Gemeinschaften.
3. Digitale Tools erweitern den direkten Dialog unserer Museen und Services mit unserem Publikum. Sie fördern die Partizipation von Besucher*innen an Inhalten und Programmen.
Bereits begonnen hat der langfristige Aufbau eines digitalisierten Sammlungsbestandes, der Vernetzung, Partizipation und Inklusion erleichtert sowie den kollegialen Austausch ebenso fördert, wie die individuelle, projektbasierte Partizipation der Gesellschaft.
4. Digitale Inszenierungen erweitern und vertiefen die Erlebnisse für Besucher*innen vor Ort. Unsere Ausstellungen sind auch deshalb Publikumsmagnete.
Mittelfristig schaffen digitale Erweiterungen, Vertiefungen und Wiederaufnahmen im Netz und an den Standorten wirtschaftliche und inhaltliche Synergien. Langfristig gehören digitale Ausstellungsprogramme zu unserem Angebot, die parallel zu analogen Ausstellungen allein als digitales Format entwickelt werden.
5. Die digitale Erfassung unserer Sammlungen und Archive ist ein essenzieller Beitrag für ihre dauerhafte Bewahrung und Grundlage für die Bereitstellung, öffentliche Präsentation und fachliche Nutzung.
Die digitale Inventarisierung hat bereits begonnen. Langfristig werden Ausstellungen und Sammlungen weitestgehend digitalisiert sein. Dieser digitale Bestand wird fortlaufend ergänzt.
6. Unser gesamter digitaler Datenbestand ist auf Grundlage von Metadaten auf internationalen technischen und inhaltlichen Standards organisiert und wird kontextualisiert sichtbar und nutzbar bereitgestellt.
Die aktuelle Inbetriebnahme eines Intranet mit Content- und Dokumentenmanagement organisiert unsere digitale Vernetzung neu. Durch regelmäßige Schulungen gewinnen unsere Mitarbeiter*innen Kompetenzen in nachhaltiger Datenablage und dynamischer Vernetzung auf wachsenden Strukturen.
7. Im kreativen Einsatz digitaler Technik entwickeln unsere Institutionen vielfaltige substanzielle und attraktive Formate für informelle und integrationsfähige Bildung, und erschließen neue Wege der Vermittlung in die Lern- und Lehrpläne von formalen und non-formalen Bildungsträgern.
Mittelfristig werden zielgruppengerechte digitale Formate für Lehren und Lernen entwickelt. Langfristig entsteht ein Programm für die Entwicklung, Produktion und Distribution von Lern- und Lehrformaten für unterschiedliche Bildungsträger und Bildungslevels.
8. Die Bereitstellung von und die Beteiligung an digitalen Plattformen unterstützen die Vernetzung von und mit Institutionen der Forschung und Lehre und forcieren Austausch und Kollaboration auf der Ebene der Expert*innen.
Mittelfristig entstehen digitale Arbeitsplattformen für die wissenschaftliche Kommunikation und Zusammenarbeit auf verschiedenen Forschungsfeldern. In diese fließen Daten unterschiedlicher Formate ein, die dadurch für eine offene Gemeinschaft zur freien Nutzung bereitstehen.
9. In unserem transparenten digitalen Netzwerk sind alle Mitarbeiter*innen und Institutionen mit ihren Kompetenzen und Aufgaben sichtbar, erreichbar und miteinander verbunden.
Den Datenschutz und die betriebliche Mitbestimmung berücksichtigend erlauben Austauschplattformen den Dialog unserer Mitarbeiter*innen über die Grenzen von Projekten, Prozessen und Organisationseinheiten hinweg.
10. Mit digitaler Ausstattung werden unabhängig vom Ort und zeitlich flexibel die individuelle Arbeit und die Kooperation der Mitarbeiter*innen agiler, effizienter und sicherer.
Unsere Mitarbeiter*innen werden regelmäßig im Umgang mit Soft- und Hardware geschult. Wir ermuntern sie zur Fortbildung und innovativer Nutzung digitaler Werkzeuge und Angebote.
11. Integrierte digitale Dienste automatisieren Abläufe und Übergaben in Kommunikation und Verwaltung und gestalten die internen Prozesse effizienter.
Alle Mitarbeiter*innen haben mittelfristig einen ortsunabhängigen schnellen und transparenten Zugriff auf die digitalen Netzwerke und Ablageorte. Ein digitales Vertragsmanagement erleichtert den zentralen Zugriff und schafft klare Abläufe und aktuelle Stände. Die digitale Belegführung ist bereits implementiert und die digitale Inventarisierung der Sammlungsbestände erleichtert die administrative Arbeit beispielsweise bei der Bereitstellung oder Leihe von Objekten.
12. Die Vernetzte digitale Infrastruktur unterstützt das Monitoring und das effiziente Flächen- und Energiemanagement von Standorten, Gebäuden, Räumen, Ausstattung und Geräten.
Mittelfristig werden regelmäßige digital erfasst und verwaltete Messungen von Energiedaten die Erfüllung interner und externer ökologischer Benchmarks erleichtern. Eine smarte digitale Plattform unterstützt die weitestgehend automatisierte Steuerung der Ausstattungen von Räumen und Flächen. Maßnahmen des Sicherheitsmanagements und des Brandschutzes sind darin integriert. Die Erfassung und Steuerung raumbezogener Klimawerte erfolgt digital und bindet Kolleg*innen bei Überschreitung von Grenzwerten ein.
Unsere Verpflichtung
„Diese Strategie ist ein dynamisches Instrument auf dem Weg durch die digitale Transformation. Sie mündet in Maßnahmen und Regelungen, die den betrieblichen Alltag bestimmen. In diesem Alltag muss sie sich beweisen und anpassen.“
Vom Projekt „Digitale Strategie“ zum Prozess „Digitalität in der Stiftung Gottorf“
Organisation
Die Umsetzung der digitalen Strategie ist eine permanente Aufgabe, aller Abteilungen. Die Organisation der Koordinierung der Umsetzung wird noch festgelegt.
Finanzbedarf
Der Finanzbedarf für Projekte im Rahmen der Umsetzung der Digitalisierungskonzeptes werden wir im Rahmen der jährlichen Budgetgespräche festgelegen. Ausdrücklich erwünscht sind drittmittelfinanzierte Projekte, die – idealerweise – abteilungsübergreifend initiiert und umgesetzt werden.
Controlling
Wir werden diese digitale Strategie bei Bedarf, spätestens jedoch im Sommer 2022 evaluieren.
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