Gottorfer Museen auch 2025 auf Erfolgswelle
Für die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf hält das Jahr 2025 gleich zwei bemerkenswerte Erfolgsmeldungen bereit: Anfang August wurde der zehnmillionste Besuch seit Gründung der Stiftung im Oktober 1999 gezählt. Die zwei Landesmuseen für Archäologie und Kunst- und Kulturgeschichte auf der Museumsinsel Schloss Gottorf in Schleswig, das Wikinger Museum Haithabu, das Jüdische Museum Rendsburg, das Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf und das Freilichtmuseum Molfsee sind für sehr viele Menschen ein Ort der lebendigen Begegnung mit Geschichte, Kunst und Kultur.
Zehnmillionster Besuch seit Gründung der Stiftung
Eine zweite Rekordmarke setzte in dieser Saison die Sonderausstellung Wikingerdämmerung. Zeitenwende im Norden – die gemeinsame Ausstellung des Museums für Archäologie Schloss Gottorf, des Wikinger Museums Haithabu und des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA). Zwischen dem 16. April und 2. November haben mehr als 53.300 Menschen die Ausstellung, durchschnittlich 304 am Tag. Diese Werte machten die Wikingerdämmerung zur erfolgreichsten Sonderausstellung in der 26jährigen Geschichte der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen. Die bisherige Bestmarke hatte im vergangenen Sommer die Portugiesin Joana Vasconcelos mit 45.660 Besuchenden (281 pro Tag) aufgestellt.
Und wenige Tage vor Jahresabschluss ist mit Blick auf die aktuellen Besuchszahlen für die Verantwortlichen der Museen klar, dass unter normalen Umständen die nächste Bestmarke erreicht worden wäre. Dank eines satten Plus im Wikinger Museum Haithabu, fast einer Verdopplung der Besuchszahlen im Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf und eben der Wikingerdämmerung auf der Museumsinsel wären die Landesmuseen Ende 2025 wieder gemeinsam über der magischen Zahl von über einer halben Million Gästen gelandet. Erst 2024 verzeichneten die Landesmuseen mit über 511.000 Besuchen einen Zuwachs von über 20 % im Vergleich zum Vorjahr und den bislang höchsten Jahreswert in ihrer 25jährigen Geschichte. Allein die vorzeitige, von langer Hand vorbereitete Schließung von Schloss Gottorf zum 1. September 2025 verhinderte dies (MEHR...). Doch selbst unter diesen Umständen zählten die Museen Ende November bereits über 486.000 Gäste.
Museen generieren erhebliche ökonomische Effekte
Eine neue Studie des Instituts für Museumsforschung und der ICG Integrated Consulting Group, durchgeführt im Winter 2024/2025, kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Museen verursachen nicht nur Kosten, sie generieren auch erhebliche ökonomische Effekte. Auf der Basis von rund 167 Millionen Museumsbesuchen im Jahr 2023 in Deutschland (hochgerechnet aus den Daten des Instituts für Museumsforschung) wurden begleitete Ausgaben der touristischen Besuchenden etwa für Übernachtung, Verpflegung, Einzelhandel und Anreise, aber auch Einkommenseffekte und fiskalische Rückflüsse aus Steuern und Sozialabgaben in einer Höhe von rund 30 Milliarden Euro hochgerechnet. Damit sind Museen wirtschaftlich aktive Institutionen, die Beschäftigung sichern, Wertschöpfung erzeugen und regionale Entwicklung fördern. Jeder Euro, den der Staat in Museen investiert, löst in Deutschland im tourismusnahen Bereich einen zusätzlichen Wertschöpfungseffekt von 2,40 Euro aus. Diese Investitionen amortisieren sich also – in vielen Fällen sogar vollständig – durch Rückflüsse in Form von Steuern, Sozialabgaben und lokaler Wirtschaftskraft. Die Bedeutung der Museen reicht aber über reine Besucherzahlen hinaus: Institutionen wie die Einrichtungen der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen übernehmen Bildungsaufgaben, leisten Kulturvermittlung und pflegen das kulturelle Erbe des Landes.
Entwicklung aller Stiftungsmuseen auf richtig gutem Weg
Nicht nur das reine Museumsgeschäft oder auch der Startschuss ins MUT-Projekt geben in diesen Wochen Anlass zur Freude. Der Stiftung gelingt in ihrer gesamten Breite der Fortschritt in die Modernität und Weiterentwicklung. Im Jahr seines 60jährigen Bestehens hat sich das Freilichtmuseum Molfsee den wieder über 130.000 Besuchenden von der besten Seite gezeigt. In diesen Tagen feierte die dreijährige Sanierung zahlreicher reetgedeckter Gebäude, die Implementierung moderner Vermittlungstechniken und die Errichtung wichtiger Infrastrukturprojekte ihren Abschluss. Über 5,5 Millionen Euro wurden in dieser Zeit investiert. Darüber hinaus haben Förderer und Museumsmitarbeitende gemeinsam im November anlässlich des runden Geburtstages 60 neue Bäume im Freigelände gepflanzt – Geschenke der Museumsfreunde.
Um für die Zeit der Schloss-Schließung im Zuge des MUT-Projekts auf der Museumsinsel in Schleswig weiterhin attraktive Angebote vorhalten zu können, wird mit Hochdruck an der Sanierung der Galerie der Moderne und dem Ausstellungsareal der Stiftung Horn gearbeitet. Die Sammlung von Rolf und Bettina Horn kehrt nach mehrjähriger Tournee durch andere Museen im Sommer 2026 mit ihren Nolde- und Kirchner-Gemälden, Werken von Heldt und Uhlmann, Kollwitz und Barlach in dann modernisierte Räume zurück. Bereits mit Beginn der neuen Museumssaison ab 1. April wird das Globushaus wieder geöffnet. Bis dahin werden dort wichtige energetische Maßnahmen umgesetzt sowie zahlreiche Schäden an der Fassade behoben.
Ebenfalls mit Fördergeldern von Bund und Land sowie Mitteln der Stiftung wurde Kloster Cismar in der Gemeinde Grömitz als Ort der Kultur zukunftsfähig gemacht. Das Haupthaus erhielt endlich einen Fahrstuhl, wichtige Brandschutzmaßnahmen konnten umgesetzt und die Nordbrücke saniert werden. Kostenpunkt insgesamt: 3,5 Millionen Euro. Ab Sommer 2026 wird nun das Ostholstein-Museum dort wieder Kunstausstellungen zeigen.