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  • Rebecca Louise Law, La Fleur Morte, 2025, Saatchi Gallery.

State of Nature: Ein Museumsjahr im Zeichen der Britin Rebecca Louise Law

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Stiftungsvorstand Dr. Thorsten Sadowsky sieht sich angesichts der positiven Publikumsresonanz in seiner Strategie bestätigt, die Landesmuseen als lebendige Plattform für gesellschaftlich relevante Themen und bürgerliches Engagement und Partizipation weiterzuentwickeln. „Die Gottorfer Museumsinsel wird zudem als Ort wahrgenommen, an dem wichtige künstlerische Positionen mit internationaler Ausstrahlung gezeigt werden“, freut sich Thorsten Sadowsky, der zugleich auch Direktor des Museums für Kunst und Kulturgeschichte ist, über die gesteigerte Aufmerksamkeit für das Ausstellungsprogramm; und ergänzt:  „In 2026 werden unser Verhältnis zur Natur und zu außereuropäischen Kulturen sowie die Kunst der Erinnerung und die Bedeutung der antiken Mythologie in den verschiedenen Ausstellungen thematisiert. Außerdem findet die Wiedereröffnung der Galerie der Moderne mit der bedeutenden Sammlung Horn statt; das sind kraftvolle Zeichen eines sehr vielfältigen Museumslandschaft.“

Freilichtmuseum Molfsee

Freilichtmuseum Molfsee
Rebecca Louise Law. State of Nature 
● 27. Februar – 01. November 2026
Mit The Field entsteht eine monumentale Installation aus Hafer und Blumen, die sich durch das Foyer und die Sonderausstellungsräume des Jahr100Haus zieht. Die Pflanzen wurden eigens für die Ausstellung auf den Feldern des Museums angebaut, gemeinsam mit der Community (Blomentüddel-Club) geerntet und anschließend verarbeitet.

Jüdisches Museum in Rendsburg

Jüdisches Museum in Rendsburg
Rebecca Louise Law. State of Nature
● 27. Februar – 01. November 2026
Im Betsaal der ehemaligen Synagoge entsteht mit Grain ein stilles Werk aus Weizen- und Getreideähren – ein kraftvolles Bild für Dankbarkeit und Verbundenheit, das an die symbolische und kulturelle Bedeutung von Ernte, Nahrung und Fürsorge erinnert. 


Anna Schapiro will sich den Betsaal
künstlerisch neu erschließen
27. November 2026 in Rendsburg
Das Jüdische Museum in Rendsburg entwickelt mit der Künstlerin Anna Schapiro ein innovatives Ausstellungs- und Vermittlungsprojekt, das den historischen Betsaal der ehemaligen Synagoge künstlerisch neu erschließt und zugleich als Ausgangspunkt für ein partizipatives, inklusives Bildungsprogramm dient.  Das Projekt verbindet zeitgenössische Kunst, historische Reflexion und kreative Beteiligung und schafft damit einen offenen Dialograum, in dem Menschen unterschiedlicher Hintergründe eigene Perspektiven einbringen und Selbstwirksamkeit erfahren können. Ausgangspunkt ist das Werk von Anna Schapiro, die für das Jüdische Museum eine Bodenarbeit im Betsaal der ehemaligen Synagoge entwickeln wird. Dabei entstehen mit Tusche getränkte Reispapierbahnen, die direkt auf den Boden aufgebracht werden und dort Abdrücke erzeugen. Diese Technik verbindet Malerei und Druck und reagiert zugleich sensibel auf die Beschaffenheit des jeweiligen Ortes. Durch Reinigung, Vorbereitung und die intensive körperliche Arbeit im Raum entsteht eine neue Schicht, die sich als temporäre Spur mit den vorhandenen historischen Ebenen verbindet. Die Werke erscheinen massiv im Raum und verschwinden zugleich wieder, ähnlich wie ein Musikstück, das im Moment seiner Aufführung präsent ist und danach nur in der Erinnerung weiterlebt. 
Das Werk von Anna Schapiro öffnet zudem einen Raum, den das Team vom Jüdischen Museum gemeinsam mit Jugendlichen und Erwachsene diskutieren und erweitern will. Daher wird es begleitend zur Ausstellung ein offenes Museumsatelier im sogenannten Julius-Magnus-Haus geben, das nicht zur ehemaligen Synagoge gehört, aber direkt an sie angrenzt.  Inspiriert durch die Arbeit von Anna Schapiro im Betsaal entsteht ein Ort entstehen, der Kunst, Reflexion und Teilhabe verbindet. 

Superjuden. Jüdische Identitäten im Fußballstadion
Projekt noch bis 12. April zu erleben

Diese besondere Ausstellung im Jüdischen Museum in Rendsburg beschäftigt sich unter dem Titel „Superjuden. Jüdische Identität im Fußballstadion“ kmit jüdischer Geschichte und Identität im Umfeld des Fußballs. Sie fragt, wie Vereine und Fangemeinschaften jüdische Bezüge aufgreifen. Oft geschieht das aus Bewunderung, manchmal zur Selbstbehauptung, nicht selten auch in widersprüchlicher Weise. Unterstützt wird die Ausstellung durch die norddeutschen Bundesliga-Clubs von Holstein Kiel, dem HSV, dem FC St. Pauli und Werder Bremen.

Das Programm für 2026
Museumsinsel Schloss Gottorf, Schleswig

Rebecca Louise Law. State of Nature

Erstmals ist eine Künstlerin in drei Gottorfer Museen zu erleben.
● 02. April – 01. November 2026
Beginn  der Ausstellungen auf der Museumsinsel (Reithalle)
und im Gottorfer Globushaus, Schleswig

Mit State of Nature präsentieren die Landesmuseen Schleswig-Holstein eine umfassende Ausstellung der britischen Künstlerin Rebecca Louise Law, die international für ihre raumgreifenden Installationen aus natürlichen Materialien bekannt ist. Law verwandelt ihre Umgebung in dichte, atmosphärische Erfahrungsräume, in denen wir der Natur unmittelbar begegnen – sinnlich, poetisch und oft überwältigend. Wer sich durch ihre Installationen bewegt, nimmt den Duft getrockneter Blüten wahr, erlebt vergängliche Schönheit und erkennt: Jeder Halm, jede Blüte erzählt von Wachstum, Wandel und Vergänglichkeit der Natur – und von unserer Verantwortung für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen.
Der Ausstellungstitel State of Nature ist bewusst vielschichtig gewählt. Er verweist auf den philosophischen Begriff des Naturzustands – ein Gedankenmodell, das danach fragt, wie der Mensch der Welt begegnet, bevor sie durch Regeln, Besitzansprüche und gesellschaftliche Ordnung überformt ist. Gemeint ist kein historischer Urzustand, sondern eine Haltung der Unmittelbarkeit: ein Verhältnis zur Natur, das von Aufmerksamkeit, Abhängigkeit und Verantwortung geprägt ist.
State of Nature versteht sich vor diesem Hintergrund als Einladung, innezuhalten und neu hinzusehen. Die Werke von Rebecca Louise Law schaffen Räume der Konzentration und des Staunens. Sie sensibilisieren für ökologische Zusammenhänge, ohne zu belehren, und eröffnen Erfahrungsräume, die die enge Verbundenheit von Mensch und Natur sinnlich erfahrbar machen.

Museumsinsel Schloss Gottorf – Reithalle (ab 02.04.2026)

Unter dem Titel Florilegia zeigt Rebecca Louise Law circa eine Million getrocknete Blumen aus ihrer persönlichen Sammlung. Die raumgreifende Installation wird durch Bilder und Keramikarbeiten ergänzt. Diese umfassende Werkschau der Künstlerin eröffnet einen faszinierenden Gang durch zwei Jahrzehnte ihres Schaffens. 

Gottorfer Globushaus (ab 02.04.2026)

Honesty besteht aus tausenden schimmernden Silberblättern (Lunaria annua). Die Installation entfaltet barocken Glanz und schließt auf beeindruckende Weise an den botanischen Reichtum des historischen Neuwerkgartens an. 

Daniel Richter. Torf
Bis 15. Februar 2026 begeistert der Starkünstler in der Reithalle

Mit der Ausstellung Daniel Richter. TORF präsentiert Schloss Gottorf zum Abschluss der erfolgreichen Museumssaison 2025 eine der bedeutendsten Positionen der zeitgenössischen Malerei. Seit 10. Dezember 2025 und noch bis zum 15. Februar 2026 verwandeln insgesamt 67 teils großformatige Werke des international renommierten Künstlers die Reithalle auf der Museumsinsel in Schleswig in einen pulsierenden Ort der Kunst. Die umfassende Werkschau findet anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft durch die Dr. Dietrich Schulz-Kunststiftung statt. 

Sammlung Horn im Mittelpunkt
der neuen Galerie der Moderne 

Ab Sommer kehrt die Kunst der Moderne zurück: Zwei Jahre lang war die Sammlung Horn auf internationaler Ausstellungstournee, dazu kam die umfassende Sanierung ihrer zwischen Reithalle und Kreuzstall auf der Schleswiger Museumsinsel gelegenen Ausstellungsräume. Doch nicht nur die Gebäudeinfrastruktur wird in diesen Monaten umfassend modernisiert, gleichzeitig erarbeitet das Kuratorenteam, Dr. Uta Kuhl und Dr. Ingo Borges, ein neues Ausstellungskonzept. Im Sommer 2026 ist es dann soweit, die Meister des deutschen Expressionismus kehren auf die Museumsinsel zurück und eine neu gestaltete Galerie der Moderne öffnet ihre Tore für das Publikum. Die Besuchenden erwartet inmitten von leuchtenden Farben und modernster Lichttechnik eine komplett veränderte Hängung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts mit 350 Werken auf 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.
Im Mittelpunkt der neuen Galerie der Moderne stehen weiterhin die Bilder der Sammlung Rolf und Bettina Horn. Neben den Künstlern der „Brücke“ zählen dazu die Schleswig-Holsteiner Emil Nolde, Ernst Barlach und Christian Rohlfs. Künftig treten diese Werke aber in einen belebenden Dialog mit der bemerkenswerten Museumssammlung, denn die neue Präsentation folgt künftig einer durchgehenden Chronologie. Den fulminanten Auftakt geben frühe Gemälde von Alexej von Jawlensky – in ihnen manifestiert sich ein neues Menschenbild. Ebenso aufregend: das Frühwerk von Emil Nolde. Er verbrachte die Winter in Berlin, wo er Varietés, Kabaretts, Theater besuchte und das turbulente Leben der Metropole malte. Seine Bilder der Großstadt stehen im Gegensatz zu seinen Landschaften – und ebenso zu den frühen Werken der „Brücke“-Künstler Ernst Ludwig Kirchner oder Erich Heckel, die in Schleswig-Holstein Orte des Rückzugs fanden. So erlebte Kirchner  in den Sommermonaten von 1912 bis 1914 auf Fehmarn geradezu einen Schaffensrausch.
Immer wieder verweist die Kunst des 20. Jahrhunderts mit ihren Brüchen und Kontinuitäten auf die deutsche Geschichte. Der Erste Weltkrieg prägte das Schaffen von Ernst Barlach sowie Käthe Kollwitz und ihr pazifistisches Engagement. Die NS-Diktatur und der Zweite Weltkrieg bedrohte zahlreiche Künstler und trieb sie ins Exil. Farbig und hoffnungsfroh präsentiert sich dagegen die Kunst der 1950er-Jahre bis in die Gegenwart, ob abstrakt oder gegenständlich, von der Gruppe ZEBRA bis zu Klaus Fußmann oder Rainer Fetting. 

Unter Göttern und Dämonen.
Leben und Werk von Victor v. Plessen und Friedrich Dalsheim
Reithalle, Museumsinsel Schloss Gottorf | 11.12.2026 - 4.4.2027

Mit der großen Sonderausstellung Unter Göttern und Dämonen. Victor von Plessen und Friedrich Dalsheim präsentiert das Museum für Kunst und Kulturgeschichte das Werk zweier beeindruckender Kunstschaffender: Zum einen ist dies der aus Schleswig-Holstein stammende Victor von Plessen (1900-1980) – Forschungsreisender, Ornithologe, Maler und Filmemacher. Zum anderen geht es um Friedrich Dalsheim (1895-1936) – Pionier des ethnographischen Films. Zusammen bereisten sie in den 1930er Jahren Indonesien und drehten zwei Meilensteine des ethnographischen Films: Die Insel der Dämonen (1933) und Die Kopfjäger von Borneo (1936). Die Filme entstanden in Zusammenarbeit mit der balinesischen Dorfgemeinschaft von Bedulu bzw. mit den indigenen Dayak und Punan auf Borneo.
Unsere Ausstellung ist eine transkulturelle Kooperation zwischen der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen und der Plessen-Stiftung Wahlstorf, sowie der Deutschen Kinemathek (Berlin) und dem Agung Rai Museum of Modern Art (Ubud, Bali). Die Ausstellung in der Reithalle von Schloss Gottorf vereint Film, Bildende Kunst, Literatur, Ornithologie und Ethnologie. Zu sehen sein werden Filmausschnitte, Werk- und Standfotos, Plakate und Dokumentationsmaterial; durch von Plessen in Bali gesammelte Vogelbälge; indonesische Ethnographica und Stoffmalereien (von Ida Bagus Anom, Anak Agung Gede Soberat) und Zeichnungen (von I Nyoman Ngendon) sowie Ölgemälde von Victor von Plessen und seinem auf Bali lebenden Malerfreund Walter Spies (1895-1942).  

 Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf

César Orrico. Numen.
Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf | 20. Mai bis 1. November

Mit der Ausstellung Numen präsentiert die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen erstmals in Deutschland Arbeiten des international aufstrebenden spanischen Künstlers César Orrico. Vom 22. Mai bis 1. November 2026 treten im Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf 20 Bronzeskulpturen verschiedenster Formate in einen Dialog mit den Objekten der Dauerausstellung und machen erlebbar, wie mythische Symbolik bis heute in unser Denken einfließt.
César Orrico, geboren 1984 in Logroño, schafft Skulpturen, die klassisches Können mit moderner Bildsprache verbinden, Körperlichkeit und Bewegung in sensueller Spannung zeigen und dabei eine symbolisch-mystische Atmosphäre entfalten.
Zentrales Thema des Künstlers ist der menschliche Körper, den er mit großer anatomischer Präzision wiedergibt und durch kraftvolle Dynamik und sinnliche Intensität in der Bewegung scheinbar einfriert. Gleichzeitig strahlen die Arbeiten, besonders durch ihren Gesichtsausdruck, eine Ruhe und meditative Kraft aus, die eine emotionale und beinahe mystische Wirkung entfaltet. Dieses Spannungsfeld überträgt Orrico auch in die Auswahl und Kombination von Materialien: Bronze, Holz und Marmor unterstützen unterschiedliche Ansprüche an Körperlichkeit, Ausdruck und Bewegung.

Die Ausstellung im Eisenkunstguss Museum zeigt eine Auswahl an Arbeiten aus Bronze, in denen sich Orrico mit Mythos, Archetypen und Ritus auseinandersetzt. Mythologie versteht er nicht als Archiv der Vergangenheit, sondern als aktive Komponente unserer heutigen Denkstrukturen und- muster. „Ich bin jemand, der sich schon immer für Kunst in all ihren Formen interessiert hat: Musik, Literatur, Tanz, Theater, Fotografie usw. Außerdem begeistere ich mich für Archäologie und Geschichte. Die Riten und Bräuche alter Kulturen und die Verbindungen zwischen Gesellschaften aus verschiedenen Epochen finde ich faszinierend“, sagt der Künstler. 

Termine & Veranstaltungen

Museumsinsel Schleswig

Gottorfer Landmarkt – 17. Mai 2026
Unter der Schirmherrschaft von Umweltminister Tobias Goldschmidt

Wikinger Museum Haithabu

Frühjahrsmarkt 03. bis 06. April 2026

Sommermarkt 09. bis 12. Juli 2026

Herbstmesse 24./25. Oktober 2026

Freilichtmuseum Molfsee

Herbstmarkt  03. bis 11. Oktober 2026

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