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Rückblick Stiftung 2021 / Ausblick 2022

Ausblick Ausstellungen 2022

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Christopher Lehmpfuhl, Sturm an der Langen Anna, 2014, Öl auf Leinwand, 150 x 170 cm
"Farbrausch" in der Reithalle bis 30.1.2022 Christopher Lehmpfuhl; Sturm an der langen Anna, 2014 © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Richard Haizmann, Röhrenkatze, 1926, Kupfer, Holz
Ausstellung "Moby Dick und Röhrenkatze. 50 Jahre Kulturring": Richard Haizmann: Röhrenkatze, 1926, Kupfer und Holz © Richard Haizmann Museum Niebüll
Ausstellung "Moderne und Idyll 2.0" Blick in die Ausstellung im Kreuzstall Hans Olde: Bildnis Anna Olde (Dame im Reitkleid), 1891 © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen 2022
Gustav Wunderwald, Dame mit Papagei
Ausstellung "Tierisch schön", Kabinett im Kreuzstall, 5.5.-30.10. 2022 Gustav Wunderwald: Dame mit Papagei © Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch
Robin Schulz
Nospa Open Air, 17.9.2022 Robin Schulz © Robert Wunsch
Johannes Oerding
Nospa Open Air, 18.9.2022: Johannes Oerding © Karsten Jahnke
Gottorfer Landmarkt, 15. Mai 2022 Galloways © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen 2022
Wikinger aller Generationen treffen an den Osterfeiertagen bei den Wikinger Häusern in Haithabu.
Frühjahrsmarkt in Haithabu, 15. - 18. April 2022 © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen 2022
Sommermarkt in Haithabu
Sommermarkt in Haithabu, 14. bis 17. Juli 2022 © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen 2022
Herbstmesse in Haithabu, 5. und 6. November 2022 © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen 2022
Sonderausstellung Molfsee, "Auf den Spuren des Kalten Krieges", bis 30.12.2022 © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen 2022
Herbstmarkt
Herbstmarkt in Molfsee, 8. bis 16. Oktober 2022 © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen 2022
Adriana
This is me. Queer und religiös?" im Jüdischen Museum Rendsburg (bis 3.7.2022): Adriana im Jüdischen Museum Rendsburg © Ceren Saner
Neonarbeit „a mentsh is a mentsh“ von Naneci Yurdagül
Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Jüdischen Museum Naneci Yurdagül: "a mentsh is a mentsh" © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen

Fotos zum Pressedownload Jahr100Haus Molfsee:

https://landesmuseen.sh/de/eroeffnung-jahr100haus

 

 

 

Besucher 2020
Jan. bis Nov.
Besucher 2021
Jan. bis Nov.
Museumsinsel Schloss Gottorf  65.350  71.450 
Wikinger Museum Haithabu 121.620  158.720 
Gottorfer Globus  8.532  8.957 
Barockgarten 34.200  52.130 
Freilichtmuseum Molfsee  44.014  130.789  
Jüdisches Museum   3.660  2.970  
Kloster Cismar 10.336  0
Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf  1.113  2.041  

Gesamt

288.825

427.057

 

Erster Lockdown: 
14. März bis 18. Mai 2020
 = 73/66 Tage

Zweiter Lockdown:
2. Nov. 2020 bis
12. März 2021
 = 131 Tage

Vergleich Besuchszahlen 2019 (Jan. – Nov.) vor der Pandemie. 449.640 Besucher

 

Haushaltsjahr 2021 endet mit einem positiven Ergebnis

Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen blickt auf ein gutes Museums- und Wirtschaftsjahr 2021 zurück. Im auslaufenden Jahr verantwortete die Stiftung für ihre Museen einen Gesamtetat von rund 17,7 Millionen Euro. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus 14,1 Millionen Euro laufender Haushalt sowie 3,6 Millionen Euro Investitionshaushalt. 

Der Betriebskostenzuschuss des Landes für den laufenden Haushalt betrug  10,255 Millionen Euro. Dabei ist es der Stiftung gelungen, rund 24 Prozent ihres Gesamtetats im laufenden Haushalt selbst zu finanzieren. Am Ende wurden eigene Erlöse in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Für Investitionen stellte das Land 2,8 Millionen Euro bereit. Das Haushaltsjahr wird die Stiftung insgesamt mit einem positiven Ergebnis abschließen.

Für das kommende Haushaltsjahr 2022 freut sich die Stiftung Landesmuseen über eine Anhebung des Landeszuschusses um 215 T€ auf 10,470 Millionen Euro.

Zahlreiche Investitionen in die Zukunft

Das Jahr100Haus im Freilichtmuseum Molfsee: eine Erfolgsgeschichte
Das Jahr 2021 wird zweifellos in die Geschichte des Freilichtmuseums eingehen. Denn seit dem 30. März führt in Molfsee kein Weg mehr am Jahr100Haus vorbei. Vier Jahre nach dem ersten Spatenstich und nach Investitionen von mehr als 13 Millionen Euro öffneten sich die Türen des neuen Ausstellungs- und Eingangsgebäudes. Und die beiden mit Cortenstahl bedeckten Gebäude wie auch die Ausstellungen im Untergeschoss der Neubauten wussten vom ersten Tag an zu begeistern. Von April bis Ende November waren mehr als 130.000 Besucherinnen und Besucher im Jahr100Haus, haben sich die neue Dauerausstellung Land.Leute.Leben – in Schleswig-Holstein angesehen, waren in der Sonderausstellung Auf den Spuren des Kalten Krieges und / oder pilgerten ins Freigelände, um auf dem 40 Hektar großen Areal die Geschichte von 60 historischen Häusern aus dem 16. bis 20. Jahrhundert zu bestaunen.

Auch 2022 wird die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen in der Bauunterhaltung wieder ein Hauptaugenmerk auf Molfsee legen. Dank erheblicher Fördermittel von Bund und Land (für die nächsten Jahre stehen 5,4 Millionen Euro bereit) wird im kommenden Frühjahr eines der größten Sanierungs- und Investitionsprogramme im Freilichtmuseum seit seiner Eröffnung gestartet. Dabei sollen nicht nur Schadstoffbelastungen bekämpft und Sanierungen im Baubestand vorgenommen, sondern auch ein neuartiges Konzept zur medialen Vermittlung der Museumsinhalte im Freigelände umgesetzt werden. So sollen künftig die Funktionen von Gerätschaften und Häusern begreifbarer gemacht werden – u.a. die Augmented Reality-Technik wird helfen zu verstehen, wie die Menschen früher in Schleswig-Holstein gelebt haben.

Barrierefreier Zugang ins Jüdische Museum

Bisher ist ein barrierefreier Zugang in die Gebäude in der Prinzessinstraße 7-8 nicht möglich. Lediglich der Besuch des rückwärtigen Dr. Bamberger-Haus mit seinen Sonderausstellungen sowie des Betsaals kann mit mobiler, vorgestellter Holzrampe gewährleistet werden. Aus einem Sonderprogramm des Landes sowie eigenen Mitteln der Stiftung wird es 2022 gelingen, für bis zu 600.000 € die baulichen Barrieren im einzigen Jüdischen Museum Norddeutschlands zu beseitigen. Im Zuge der Neuordnung der Dauerausstellung werden auch zugunsten einer größtmöglichen Barrierefreiheit in den Räumen der ehemaligen Synagoge einige Innenwände im Erd- und im Obergeschoss entfernt. Nach dem Einbau eines Aufzuges im Bereich der Talmud-Tora-Schule an der rückwärtigen Fassade des Gebäudes wird es ab Ende 2022 auch Menschen mit Behinderung möglich sein, die Dauerausstellung zu besuchen. Darüber hinaus investiert die Stiftung in verschiedene Sicherungsmaßnahmen, um auf die jüngsten Ereignisse mit antisemitischen Hintergrund zu reagieren.

Gesichert: der Masterplan Schloss Gottorf

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Molfseer Neubauprojekts gehen die Vorbereitungen für die Realisierung des Masterplans auf der Museumsinsel Schloss Gottorf 2022 in ihre entscheidende Phase. Denn trotz der Pandemie und weiterer internationaler Widrigkeiten wie beispielsweise Materialknappheit und Preissteigerungen in der Baubranche ist das Neubau- und Modernisierungsvorhaben für die beiden Landesmuseen auf Schloss Gottorf – finanziert durch das Land Schleswig-Holstein, den Bund und weiterer Unterstützer – gesichert.

Letzte notwendige Bauvoruntersuchungen werden im Herbst stattfinden, im Frühjahr 2023 beginnt die Errichtung des Erweiterungsbaus – dann bekommt die Schlossinsel eine Neue Mitte. Der Neubau wird alle Serviceeinrichtungen der Landesmuseen in sich vereinen, Museumskasse und den Shop, Tagungsräume und in der obersten Etage mit seitlichem Blick auf die Schlei ein Restaurant. Mit Fertigstellung der Erweiterung im Laufe des Jahres 2025 verlagern sich die Arbeiten dann für weitere zwei Jahre in das Schloss. Die Räume dort werden modernisiert und sämtliche Dauerausstellungen neu konzipiert. Der Masterplan-Abschluss ist für den Jahreswechsel 2027/2028 geplant.

Brandschutzmaßnahmen für Kloster Cismar

Einem ereignisreichen Jahr sieht auch Kloster Cismar vor den Toren des Ostseebads Grömitz entgegen. Zum einen sollen spätestens im Herbst 2022 umfangreiche Brandschutz- und Baumaßnahmen in den Räumen der ehemaligen Amtmannwohnung des Klosters beginnen, zum anderen wird es eine weitreichende Neuorganisation im Bereich des Ausstellungsbetriebes geben. 2021 hatte das Museum für Kunst und Kulturgeschichte wegen nicht erfüllter baulicher Auflagen keine Ausstellung in Cismar anbieten können.

Das Programm 2022

Museumsinsel Schloss Gottorf

Farbrausch. Christopher Lehmpfuhl, Reithalle, bis 30.1.2022

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte präsentiert noch bis 30. Januar 2022 in der Reithalle von Schloss Gottorf die Ausstellung „Farbrausch. Christopher Lehmpfuhl“. Die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipierte monographische Werkschau zeigt Arbeiten aus 25 Schaffensjahren Lehmpfuhls. Ausgestellt werden 160 Werke, darunter zahlreiche großformatige und mehrteilige Gemälde, Aquarelle, Druckgraphiken und drei sogenannte „Litfaßsäulen-Bilder“ mit 360° Malerei.

Das Landesmuseum geht mit dieser Ausstellung bei der Vermittlung neue Wege und bietet gezielt Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen an. Bisher wurden seit Eröffnung Ende April mehr als 21.000 Besucherinnen und Besucher in der Reithalle gezählt.

                    

Moby Dick und Röhrenkatze. 50 Jahre Kulturring, Reithalle, 31.3. - 30.10.2022

Mit mehr als zwei Jahren Corona bedingter Verspätung beginnt die große Sonderausstellung „Moby Dick und Röhrenkatze“ nun auch für das Publikum und würdigt das langjährige Engagement des Kulturrings in der Studien- und Fördergesellschaft der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft für das Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Seit einem halben Jahrhundert erwirbt der Kulturring Gemälde, Grafiken und Skulpturen, die in enger Abstimmung mit dem Museum ausgewählt werden. In fünf Jahrzehnten sind so fast 500 Werke von 115 Künstlerinnen und Künstlern zusammengekommen. 2020 war die Ausstellung schon einmal auf 800 Quadratmetern komplett aufgebaut worden – wegen des im März 2020 verhängten ersten Lockdowns konnte sie nie eröffnet werden.
Das wird nun 2022 nachgeholt und um ein neues aufregendes Exponat ergänzt. Der in Berlin lebende Unternehmer und Kunstmäzen Dr. Arend Oetker hatte dem Kulturring 2020 aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens ein wertvolles Geschenk gemacht: Das aus 8 Teilen bestehende Bild „Untiteld, 1999“ der aus Schleswig-Holstein stammenden und weltweites Renommee genießenden Künstlerin Isa Genzken.

Moderne und Idyll 2.0, Kreuzstall, 5.5.2022 -30.10. 2022

Impressionismus fasziniert die Menschen. Mit einer überarbeiteten Ausstellung rund um die Anfänge der modernen Kunst in Deutschland setzt das Museum die Sonderausstellung „Moderne und Idyll“ im Gottorfer Kreuzstall fort.
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Papierarbeiten von Künstlern wie Paul Cézanne, Edgar Degas, Edouard Manet, Auguste Renoir, Paul Signac und Henri de Toulouse-Lautrec. Eindrucksvolle Bilder von Christian Rohlfs, Hans Olde und Max Liebermann zeigen, wie deutsche Künstler seit den 1880er Jahren erste impressionistische Elemente in ihre Kunst aufnahmen. Lovis Corinth, Walter Leistikow und Max Slevogt sind mit wichtigen Arbeiten vertreten, ebenso Lesser Ury. Einen fulminanten Endpunkt der Ausstellung bildet eine Auswahl von Werken des deutschen Spät- und Postimpressionismus mit Arbeiten von Emil Nolde, Wenzel Hablik und Arthur Illies.
Die Werke in der Sonderausstellung stammen zum Großteil aus der Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch. Hinzu kommen Hauptwerke aus dem eigenen Sammlungsbestand des Museums.

Tierisch schön, Kabinett im Kreuzstall, 5.5.- 30.10. 2022

Das Thema der kleinen Kabinettausstellung im Kreuzstall - "Tierisch schön!" - ist das Tier in der Kunst. Die Sammlung Bönsch bietet hierzu einen reichen Fundus: In Gemälden und Grafiken, in der Skulptur und auf Porzellan setzten sich Kunstschaffende der Klassischen Moderne mit dem Thema auseinander.
Neben bekannten Namen wie Picasso, Chagall, Heckel und Pechstein werden spannende Positionen von Künstlerinnen vorgestellt. Dazu zählen Renée Sintenis, Lou Albert-Lasard, Marg Moll und Emy Roeder.

Veranstaltungen auf der Museumsinsel

22. Gottorfer Landmarkt am Internationalen Museumstag
Sonntag, 15. Mai 2022, 10 bis 18 Uhr
Traditionell findet der Gottorfer Landmarkt – der größte Ökomarkt unter freiem Himmel in Deutschland -  am Internationalen Museumstag auf der gesamten Schlossinsel statt. Es werden wieder Tausende Besucher aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hamburg, Süddänemark und darüber hinaus in Schleswig erwartet. Erzeuger und Aussteller von ökologischen und nachhaltigen Produkten sowie ökofairen Dienstleistungen treffen auf kreative Kunsthandwerker. Vereine und Verbände informieren über ihre Aktivitäten. Auch zahlreiche Tiere werden zu sehen sein.

nospa.OPENAIR 2022 auf der Museumsinsel Schloss Gottorf
Sonnabend, 17. und Sonntag, 18. September

Die Nord-Ostsee Sparkasse lädt bereits zum 5. Mal zum nospa.OPENAIR an wechselnden Orten, zum zweiten Mal auf die Museumsinsel.  Nachdem das Open-Air-Spektakel zwei Mal verschoben werden musste, soll es im Spätsommer 2022 endlich starten: Am Sonnabend, 17. September, kommt um 19 Uhr der international gefeierte DJ und Producer Robin Schulz. Am Sonntag, 18. September, tritt um 20 Uhr Johannes Oerding auf die Bühne. Einlass ist an beiden Tagen ab 17 Uhr. Tickets gibt es für 59 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr je Konzert auch im Shop auf der Schleswiger Museumsinsel. 

 

Wikinger Museum Haithabu

Seit 2018 Jahren gehört Haithabu zum Welterbe. Die archäologischen Stätten von Haithabu und dem Danewerk erhielten 2018 die UNESCO-Auszeichnung. 2022 wird die Dauerausstellung um diesen wichtigen Aspekt, der die Erfolgsgeschichte dieses Ortes fortschreibt, ergänzt.

Große Markttermine 2022:

15. bis 18. April: Frühjahrsmarkt in Haithabu. Handwerk und Handel wie vor 1000 Jahren, 9 - 17 Uhr, Wikinger Häuser Haithabu

14. bis 17. Juli: Sommermarkt in Haithabu, 9 - 17 Uhr, Wikinger Häuser Haithabu

5. bis 6. November: Herbstmesse in Haithabu.  Angebote für große und kleine Hacksilberbeutel, 9 bis 17 Uhr, Sie findet bereits im Museum statt und läutet die Wintersaison ein.

Freilichtmuseum Molfsee – Landesmuseum
für Volkskunde

Nach der Eröffnung des Jahr100Hauses in Molfsee befindet sich das Freilichtmuseum in seiner ersten Ganzjahres-Saison. Im Jahr100Haus findet neben der neuen volkskundlichen Dauerausstellung auch die erste Sonderausstellung statt:
„Auf den Spuren des kalten Krieges in Schleswig-Holstein“
bis 30.12.2022
Auch wenn Schleswig-Holstein keiner der Hauptschauplätze des Kalten Krieges war, hat die Ära ihre Spuren hinterlassen. Das Land galt als Landebrücke zwischen Ostsee und Nordsee, die Nato vermutete hier ein strategisches Interesse des Warschauer Pakts. Noch immer zeugt eine Vielzahl baulicher Einrichtungen von dieser Zeit, wenngleich sich diese meist im Verborgenen befinden – wie zum Beispiel ein großer Luftschutzbunker in der Kieler Innenstadt. Vor dessen Rückbau fotografierte das Freilichtmuseum 2015 die Anlage und übernahm Teile der Ausstattung in das Museum. Die Fotos und Objekte bilden den Grundstock und ersten inhaltlichen Teil der Ausstellung und zeigen beispielhaft, wie man sich im Falle eines Ernstfalles für beschränkte Zeit auf engem Raum arrangiert hätte. Die Ausstellung erweitert den Fokus auf das ganze Land und begibt sich auf Spurensuche an Orte wie Munitionslager, Warnämter oder Ersatzkrankenhäuser – sie zeigt die Infrastruktur des Kalten Krieges in Schleswig-Holstein. 

Veranstaltungshighlight:

8. bis 16. Oktober: Herbstmarkt in Molfsee, Tradition, Vielfalt und Kreativität, 9 – 17 Uhr

Jüdisches Museum

This is me. Queer und religiös?, bis 3.7.2022


Die Fotoausstellung „This is me – queer und religiös?“ vereint die Geschichten von 15 sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. Sie sind lesbisch, schwul, bisexuell, trans* oder intersexuell* und gehören verschiedenen religiösen Communities an. Als Fotografin für diese außergewöhnliche Ausstellung konnten Museumsleiter Jonas Kuhn und Co-Kuratorin Mirjam Gläser die Berliner Künstlerin Ceren Saner gewinnen. Viele der Porträtierten machen die Erfahrung, dass sie einen Teil ihrer Identität verstecken müssen, um akzeptiert zu werden. Wenn dieses Versteckspiel nicht mehr zu ertragen ist, beginnen sie einen Selbstfindungsprozess, der oftmals sehr schmerzhaft ist. Queerfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus gehören zu ihrem Alltag.

Eröffnung der neuen Dauerausstellung, November 2022

Das Jüdische Museum in Rendsburg erfindet sich neu. In der ehemaligen Talmud-Tora-Schule, verteilt auf zwei Etagen, entsteht eine Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart von Jüdinnen und Juden in Schleswig-Holstein. Leitmotiv der Neugestaltung ist die vor einem Jahr vom Freundeskreis Schloss Gottorf für das Museum angekaufte Neon-Installation „a mentsh is a mentsh“ von Naneci Yurdagül. Thema dieser für das Judentum zentralen Aussage: Menschlichkeit. Der Versuch, das Richtige zu tun, macht den Menschen erst zu einem Menschen.

Die Besucherinnen und Besucher können sich ab November 2022 auf eine farbenfrohe, kurzweilige und spannende neue Ausstellung freuen, in der neue Perspektiven auf die jüdische Geschichte Schleswig-Holsteins unerwartet, einfühlsam und inklusiv vermittelt werden. Die neue Ausstellung wird vielschichtig, unterhaltsam, anders und vor allen Dingen gegenwärtiger.
Gleichzeitig entstehen neue inklusive Angebote für Menschen mit Behinderung sowie neue Angebote, die speziell auf Schülerinnen und Schüler zugeschnitten sind. 

Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf

Sonderausstellung mit Werken von Danijela Pivašević-Tenner, 22.5. bis 9.10.2022 

Die Keramikkünstlerin Danijela Pivašević-Tenner (geb. 1980) lässt sich in ihrer Arbeit oft von dem Ort inspirieren, an dem ihre Ausstellung stattfindet und erarbeitet speziell für die vorhandene Situation ihre Kunstwerke. So ist es auch bei dieser Intervention mit Keramikobjekten im Eisenkunstguss Museum. Pivašević-Tenner geht vom Thema der Alltagskultur aus, die im Museum unter der Überschrift „PET des 19. Jahrhunderts“ zu finden ist. Dahinter steht die Feststellung, dass im 19. Jahrhundert aus Eisen hergestellte Gegenstände des Alltags so verbreitet waren wie Objekte aus Kunststoff heute. 

 

Landesmuseen setzen ihre Digitaloffensive fort

In einer Zeitmaschine zurück in die Gottorfer Vergangenheit

Mit einer digitalen Zeitmaschine bringt die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ihre 2020 gestartete Digitaloffensive nun einen entscheidenden Schritt voran. Ab sofort können Interessierte unter zeitmaschine.schloss-gottorf.de virtuell in die Geschichte von Schloss Gottorf eintauchen. Die Zeitmaschine betrachtet Kunst, Kultur, Geschichte und Archäologie aus umfassendem Blickwinkel über die Gottorfer Museumsgrenzen hinaus und eröffnet neue Perspektiven. Historische und kulturelle Zusammenhänge werden so sichtbar und erlebbar, mit dem eigenen Endgerät, daheim oder wo und wann auch immer die Menschen den Sprung in andere Zeiten wagen wollen.

Das Angebot ist kostenlos.

In den sechs digitalen Panoramen „Römische Kaiserzeit“, „Mittelalter“, „Renaissance“, „Barock“, „Gottorfer Wunderkammer“ und „Zeit des Wandels“ werden prägende Themen rund um den Gottorfer Kosmos erzählt – teilweise erstmals mit neuen Bildern und Möglichkeiten, die nur dieses Medium ermöglicht. So können Exponate, die sonst in Archiven schlummern oder nur für ein Fachpublikum zugänglich sind, ans Licht geholt werden. Vergangene Zeiten bekommen dank der interaktiven 360-Grad-Panorama-Anwendung neues Leben eingehaucht. Beispiel: Das Nydamboot in Aktion. Es arbeitet sich auf hoher See mit voller Besatzung durch das tosende Wasser.

Ein weiteres herausragendes Beispiel für die Chancen, die die digitale Anwendung mit sich bringt: die Darstellung der Gottorfer Kunstkammer. Von diesem Raum ist heute nichts Physisches überliefert. Die Zeitmaschine aber öffnet nun rund 400 Jahre später wieder virtuell die Tür in diese einzigartige barocke Wissenssammlung von Herzog Friedrich III. und von dessen Hofgelehrten Adam Olearius. Apropos: Olearius. Dessen Persianische Reise wird über ein Video unterhaltsam dargestellt.  „Museen haben eine besondere Bedeutung für die Gesellschaft und für jeden einzelnen von uns. Nirgendwo sonst können wir Geschichte, Archäologie, Kunst und Kultur authentischer erleben. Und dennoch müssen wir uns immer wieder fragen, wie wir die Menschen abholen, damit sie sich für unsere Museen interessieren und wir unserem Bildungsauftrag gerecht werden“, sagt Guido Wendt, Kaufmännischer Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen. „Mit diesem offenen Erlebnis der Zeitmaschine sprechen wir nicht nur Kulturinteressierte an, die uns schon kennen und uns besucht haben, sondern auch diejenigen, die zuvor nicht oder noch nicht mit uns in Berührung gekommen sind.“ 

Entwickelt wurde die Zeitmaschine mit den Digital-Spezialisten der Firma C4 aus Berlin, die schon zuvor die erfolgreiche VR-Anwendung für den Gottorfer Globus auf den Weg gebracht hatten. Von Anfang beteiligt waren die Wissenschaft sowie die Bildung und Vermittlung der Stiftung, um die Zeitmaschine zu einem Instrument der museumspädagogischen Arbeit zu machen. Finanziert wurde es aus einem landesweiten Programm der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek, zur Unterstützung von Digitalisierungsmaßnahmen in Kultureinrichtungen.

 

Das Verbundprojekt museum4punkt0 ist ein bundesweiter Zusammenschluss großer deutscher Museen. Es wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Dabei geht es um die Entwicklung digitaler Programme zur zeitgemäßen Aufbereitung von musealen Inhalten. Für ein Teilprojekt „Digitales Storytelling: historische Räume und visualisierte Geschichte(n)“ stehen den Landesmuseen Schleswig-Holstein bis zu 360.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Es entsteht der Prototyp für ein digitales Vermittlungsformat, um an drei Standorten der Landesmuseen verborgene Geschichte(n) und Ereignisse sichtbar zu machen. Durch multimediales, digitales Storytelling mit Augmented Reality (AR) werden im Barockgarten, dem Freilichtmuseum Molfsee und dem Jüdischen Museum Rendsburg ganz neue, digitale Erzählebenen entstehen. Mit Hilfe der Web-basierten AR-Anwendung, optischer Marker und dem eigenen Smartphone werden die historischen Orten und Landschaften neuartig erlebbar. Am Ende einer Projektentwicklung werden alle Ideen den Museen in Deutschland kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bei Rückfragen oder gezielten Foto- oder Interviewwünschen kommen Sie bitte jederzeit auf uns zu.

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