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Jüdisches Museum in Rendsburg

Historisches Baudenkmal und Gedenkstätte

Das Jüdische Museum in Rendsburg gehört zu den ersten Jüdischen Museen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik gegründet worden sind. Es gewährt Einblick in die Geschichte der Juden in Schleswig-Holstein, in die jüdische Religion und Identität. Darüber hinaus zeigt es Werke ausgewählter jüdischer Künstler. Das Museum ist in der ältesten erhaltenen Synagoge Schleswig-Holsteins zuhause und damit nicht nur ein Ausstellungshaus, sondern auch ein historisches Baudenkmal und eine Gedenkstätte. Davon zeugt insbesondere die Gedenkwand im Innenhof, die an das Schicksal jener Rendsburger erinnert, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft vom NS-Regime verfolgt und in vielen Fällen ermordet worden sind.

Das Jüdische Museum in Rendsburg ist der zentrale Ort für jüdische Geschichte und Kultur in Schleswig-Holstein. Im Mittelpunkt der Dauerausstellung stehen die Geschichte der Juden in Schleswig-Holstein sowie die jüdische Religion und Identität. Noch heute können der historische Betsaal, die Frauenempore und die Mikwe (das rituelle Tauchbad) besichtigt werden.

In der Dauerausstellung geht es um zentrale Aspekte der jüdischen Religion und Identität. Dazu gehören die Feiertage ebenso wie die hebräische Schrift oder markante Kleidungsstücke wie die Kopfbedeckung, die sogenannte Kippa. Viele Themen werden interaktiv vermittelt, einige auch spielerisch - speziell für Kinder und Jugendliche. Hinzu kommt eine exklusive Sammlung von Werken ausgewählter Künstler - von Max Liebermann über Felix Nussbaum, Ludwig Meidner und Anita Rée bis zu Joseph Hebroni und Moissey Kogan.

Mit Sonderausstellungen und Veranstaltungen setzt das Museum - auch bundesweit - immer wieder Akzente im gesellschaftlichen Diskurs, zuletzt mit der „Exodus-Affäre“ im Bereich Geschichtsvermittlung.

Zur Geschichte

Seit 1692 dürfen sich Juden in Rendsburg/Neuwerk aufgrund eines königlichen Privilegs niederlassen. Daher wird die Stadt neben Altona, Glückstadt und Friedrichstadt auch als sogenannte Toleranzstadt oder „religiöse Freistätte“ bezeichnet. Die Toleranzstädte bieten den Juden damit wesentlich bessere Lebensbedingungen, als an anderen Orten üblich. 1732 wird in Rendsburg/Neuwerk in der Prinzessinstraße eine erste Synagoge gebaut, von der aber keine baulichen Spuren überliefert sind. In den 1830er Jahren wird eine neue Talmud-Tora-Schule in der Prinzessinstraße errichtet. Das Schulgebäude gehört bis heute zum Ensemble des Jüdischen Museums. 1844/45 wird unmittelbar neben der Schule die Synagoge gebaut, die bis heute erhalten ist. Die jüdische Gemeinde hat damals mit etwa 300 Mitglieder, mehr als jemals danach.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts werden Juden anderen Bürgern rechtlich weitgehend gleichgestellt. Es ist ein bahnbrechender Einschnitt in der Geschichte der jüdischen Gemeinden. Denn mit der sogenannten Judenemanzipation ist auch die Niederlassungsfreiheit verbunden. Viele Menschen verlassen daraufhin die Toleranzstädte und ziehen in Großstädte wie Kiel, Lübeck und Hamburg. Die jüdische Gemeinde in Rendsburg wird immer kleiner.  1933 leben nur noch 30 Gemeindemitglieder in der Stadt. Während der Reichspogromnacht wird die Synagoge geschändet. Im Zuge der „Arisierung“ wird die Synagoge verkauft und danach jahrzehntelang als Fischräucherei genutzt. 1942 ist die Jüdische Gemeinde Rendsburg nach fast 250 Jahren erloschen. Der Gemeindevorsteher, Julius Magnus, soll deportiert werden. Er nimmt sich zuvor mit seiner Ehefrau das Leben.

Ende der 1970er Jahre gerät die Synagoge - die seit der NS-Zeit als Fischräucherei genutzt wird - wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Sie soll mit Unterstützung von Stadt und Land restauriert und zum historischen Baudenkmal werden. 1985 wird dort ein Kulturzentrum eingerichtet. 1988 wird das Jüdische Museum gegründet. 

Im Laufe der Jahre wird die Museumsarbeit immer stärker professionalisiert und 2002 wird das Jüdische Museum Teil der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf. Das Haus in der Rendsburger Prinzessinstraße 7 - 8 versteht sich ein seither als Museum, als historisches Baudenkmal und als Gedenkstätte für das einstige jüdische Leben im Land.

 

Kontakt

Information, Reservierung, Buchung: +49 (0) 4331 440 430, service@landesmuseen.sh

Jüdisches Museum

Prinzessinstraße 7–8
24768 Rendsburg, Deutschland

Pressekontakt:

Frank Zarp, Pressesprecher, frank.zarp@landesmuseen.sh, Telefon: +49 (0) 4621 813 208, Mobil: +49 (0) 170 336 1424

Silke Philipsen, stv. Pressesprecherin, silke.philipsen@landesmuseen.sh, Telefon +49 (0) 4621 813-196

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