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Christopher Lehmpfuhl. Farbrausch

Reithalle von Schloss Gottorf / 25. April bis 17. Oktober 2021

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte präsentiert vom 25. April bis 17. Oktober in der Reithalle von Schloss Gottorf die Ausstellung „Farbrausch. Christopher Lehmpfuhl“. Die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipierte monographische Werkschau wird das Best-of aus 25 Schaffensjahren Lehmpfuhls zeigen. Ausgestellt werden etwa 140 Werke, darunter zahlreiche großformatige und mehrteilige Gemälde, Aquarelle, Druckgraphiken und drei sogenannte „Litfaßsäulen-Bilder“ mit 360° Malerei.

Der 1972 in Berlin geborene Christopher Lehmpfuhl studierte Malerei an der Berliner Hochschule der Künste und war dort Meisterschüler von Prof. Klaus Fußmann. Schon früh wandte er sich der Freilichtmalerei zu und widmet sich seither insbesondere der Naturlandschaft und der Stadtlandschaft. Auf regelmäßigen Malreisen tourt Lehmpfuhl durch die verschiedensten Länder und über die Kontinente. Überall fängt er imponierende und typische Landschaftseindrücke ein. Häufig gilt sein Augenmerk landschaftlichen Extremen, wie den Hochalpen und dem Meer. Wetter- und Lichtverhältnisse spielen hierbei selbstverständlich eine wichtige Rolle.

In besonders enger Weise fühlt sich Lehmpfuhl, der seit 2003 auch Mitglied der „Norddeutschen Realisten“ ist, dem nördlichsten Bundesland verbunden: Bei regelmäßigen Malaufenthalten auf den Nordseeinseln, an den Festlandstränden an Nord- und Ostsee sowie im Nolde-Garten Seebüll setzt er sich intensiv mit der Landschaft Schleswig-Holsteins auseinander. Die abwechslungsreiche Natur des Landes ist ihm unerschöpfliche Inspirationsquelle.

Den zweiten großen Schwerpunkt bilden seine Stadtansichten. Einen umfangreichen und spannenden Komplex stellen hier Lehmpfuhls Ansichten von Berlin dar. Seit 20 Jahren porträtiert er seine Heimatstadt in Einzelbildern und Bilderserien. Von kleinformatigen, schnappschuss-artigen Stadtbildern bis zu riesengroßen, mehrteiligen Panoramen und Rundumansichten in 360° reicht die Bandbreite seiner Auseinandersetzung mit dem stetigen Wandel dieser Stadt. In der Ausstellung auf Schloss Gottorf wird ein mehr als 14 Meter breites Panorama zu sehen sein, das den Berliner Schlossplatzes mit der Baustelle des Humboldtforums zeigt.

Lehmpfuhls Ölgemälde entstehen in erster Linie vor Ort unter freiem Himmel – „en plein air“. Die jeweiligen äußerlichen Bedingungen, das Wetter, das Licht und die damit einhergehenden spontanen Veränderungen haben einen großen Einfluss auf seine Malerei. Der Künstler malt seine Bilder unter massivem Einsatz von Farbmaterial: Die Ölfarbe wird mit bloßen Händen, ohne Pinsel, direkt auf die Leinwand aufgetragen. Diese extrem pastose, sehr gestische Malerei bedeutet – insbesondere bei den extremen Großformaten und bei besonders unwegsamen Orten – häufig auch eine körperliche Herausforderung für den Künstler. Dies versteht Lehmpfuhl aber als elementaren Teil des Schaffensprozesses.

Ein eigenes Kapitel innerhalb der Ausstellung bilden Lehmpfuhls Aquarelle: Landschaften von seinen Reisen und Stillleben aus dem Atelier. Diese kleinformatigen, aber farbintensiven Papierarbeiten bilden einen besonders attraktiven Kontrast zu den großen Ölgemälden.

In der Vermittlung geht das Landesmuseum mit diese Ausstellung neue Wege: Die Haptik der Ölgemälde und auch die Arbeitsweise Christopher Lehmpfuhls bietet eine hervorragende Gelegenheit, um erstmals umfassend Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen in einer Sonderausstellung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte umzusetzen. Lehmpfuhls Malen mit den Händen und sein großzügiger Farbauftrag lassen Werke entstehen, die fast dreidimensional sind. Er selbst bezeichnet sich als malender Bildhauer, der Motive mit Farbe nachempfindet. Dieser Aspekt seines Schaffens wird in der Ausstellung aufgegriffen und seine Kunst nicht nur mit dem Sehsinn, sondern vor allem auch über den Tastsinn erfahrbar gemacht. Damit erleben Besucherinnen und Besucher Kunst mit allen Sinnen, was zugleich Christopher Lehmpfuhls speziellen Zugang nachempfinden lässt.

Mit einer Fokusgruppe blinder und sehbehinderter Menschen als Expertinnen und Experten wurden eine Reihe inklusiver Angebote in und um die Ausstellung entwickelt. Es wird Tastmodelle zu zwei Ölgemälden geben sowie ein Bodenleitsystem, eine Audioführung mit einer Spur Audiodeskription, ein Begleitheft mit Großschrift und Braille, ein mobiler taktiler Lageplan und Angebote im Begleitprogramm wie Führungen, einen Workshop mit einer blinden Künstlerin und eine Veranstaltung. Die Veranstaltungen sind aktuell abrufbar unter: https://museum-fuer-kunst-und-kulturgeschichte.de/de/programm. 

Kurator

Dr. Ingo Borges, ingo.borges@landesmuseen.sh, t. 04621 813 206

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