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Karin Witte - Manchmal wie tanzen

Kloster Cismar: 14. April bis 20. Oktober 2019

Der „Kunstsommer 2019“ des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte beschert Kloster Cismar in diesem Frühjahr und Sommer eine Sonderausstellung mit Werken der Hamburger Künstlerin Karin Witte. Im Beisein der Erwin-Scharff-Preisträgerin, die Anfang des Jahres ihren 80. Geburtstag feiern konnte, findet die Eröffnung am Sonntag, 14. April um 12 Uhr statt.

Ihre Arbeiten gleichen einer Reise in die individuelle Wahrnehmung der Hamburger Künstlerin. Ihr Blick auf die Welt ist spontan, ihre Beobachtung wird durch Unerwartetes . In ihren Gemälden pendelt Karin Witte zwischen Figuration und Abstraktion. Ihre Arbeitsweise bewegt sich zwischen Spontaneität und Kalkül. „Manchmal wie tanzen“ beschreibt die Künstlerin selbst ihre Arbeitsweise und wer Karin Witte einmal in ihrem Atelier im nördlichsten Zipfel von Hamburg erlebt hat, versteht dies sofort.

Die Ausstellung in Cismar, die vom 14. April bis 20. Oktober zu sehen sein wird, entstand in enger Abstimmung zwischen Kurator Dr. Ulrich Schneider und der Künstlerin. Sie gewährt im ersten Obergeschoß der ehemals barocken Amtmannwohnung Einblicke in zentrale Themenfelder, die Karin Witte seit Jahren mit großer Nachdrücklichkeit be- und erarbeitet. Sie gibt ganz bewusst keinen Überblick über das gesamte Schaffen von Karin Witte, sondern zeigt Arbeiten aus den letzten zwei Jahrzehnten. Wittes „Räume“ zum Beispiel gleichen einer Schule des Sehens, aber auch einer Reise durch die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. In jeder ausgestellten Werkgruppe tauchen Motive und Arbeitsweisen auf, die aus der Kunst der klassischen Moderne vertraut  erscheinen, die Karin Witte adaptiert und in ihre individuelle  Bildsprache aufgenommen hat. Diese Verwurzelung in der Tradition der Kunst des 20. Jahrhunderts ist ein Schlüssel  zum Verständnis ihrer Gemälde und Objekte, die dem Betrachter Zugang in die zunächst hermetisch scheinende Bildwelt der Künsterlin ermöglichen. 

Ihr künstlerisches Talent hat sie offensichtlich von ihrem Vater geerbt, der Grafiker und Maler war. Ihre Ausbildung im Schneiderhandwerk entsprach noch ganz den Rollenbildern jener Jahre und so war es auch konsequent, dass Wittes erste Schritte in der Hamburger Kunsthochschule sie in die Klassen von Margret Hildebrandt, eine der angesehensten Textildesignerinnen, führte. Doch bald schon finden wir sie in den Klassen von Theodor Grave, Paul Wunderlich und Willem Grimm, wo sie die zweckgebundene Ästhetik der Textildesignerin gegen die freie Kunst eintauscht. Die prekäre Lebenssituation, die mit dieser Entscheidung nahezu zwangsläufig einhergeht, nimmt sie in Kauf. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich als Postbotin, Gärtnerin und Aktmodell. Als Aktmodell lernt Sie nicht nur viele Hamburger Künstler kennen, sondern auch die Tänzerin Marie Nater. Leidenschaftlicher, selbstvergessener Tanz ist seit dieser Zeit aus Wittes Leben nicht mehr wegzudenken, leidenschaftlicher Tanz prägt seither auch ihre Arbeitsweise im Atelier.

Mitte der 60er Jahre zieht es die junge Künstlerin in die Provence. Es werden formende Jahre für sie. Hier findet sie eine Lebenswelt außerhalb bürgerlicher Konventionen und künstlerische Themen, die sie nie mehr loslassen: Figuren, Bewegung, Raum. Gegenständliche Bezüge werden mit der Zeit immer weiter aufgelöst, den Schritt zur ungegenständlichen Abstraktion unternimmt sie jedoch bis heute nicht.

Mit der Rückkehr aus Südfrankreich in das heimische Hamburg beginnt ein Ausstellungsreigen, der bis heute – unterbrochen von Reisen nach Spanien und Indien – nicht abreißt. Hamburg, Genf, Berlin, Bremen, Bonn und immer wieder Hamburg sind Stationen ihrer Ausstellungen. So ist es auch nur konsequent, dass Witte 1974 den Erwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg verliehen bekommt, eine Auszeichnung für Künstler, die das kulturelle Leben in der Hansestadt nicht nur bereichern sondern prägen: Karin Witte steht nun neben Namen wie Gustav Seitz und Horst Janssen, Paul Wunderlich und Harald Duwe oder Manfred Sihle-Wissel. Und es ist ebenso konsequent, dass Ihre Arbeiten in den folgenden Jahren in öffentlichen Sammlungen Einzug halten.

In den siebziger Jahren folgen Lehraufträge an der Fachhochschule und Anfang der achtziger Jahre wird Sie schließlich Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Führungen Karin Witte – Manchmal wie tanzen

Montag,  22. April 2019 – 15 Uhr (Ostermontag)
Samstag, 27. April 2019 – 15 Uhr
Samstag, 11. Mai 2019 – 15 Uhr
Sonntag, 19. Mai 2019 – 15 Uhr
Donnerstag, 30. Mai 2019 – 15 Uhr
Montag, 10. Juni 2019 – 15 Uhr (Pfingstmontag)
Samstag, 22. Juni 2019 – 14 Uhr
Mittwoch, 03. Juli 2019 – 15 Uhr
Samstag, 13 Juli 2019 – 15 Uhr
Mittwoch, 24. Juli 2019 – 15 Uhr
Sonntag, den 04. August 2019 – 15 Uhr
Samstag, 17. August 2019 – 15 Uhr
Samstag, 31. August 2019 – 15 Uhr
Samstag, 07. September 2019 – 15 Uhr
Samstag, 28. September 2019 – 15 Uhr
Donnerstag, 03. Oktober 2019 – 15 Uhr
Samstag, 12. Oktober 2019 – 15 Uhr
Sonntag, 20. Oktober 2019 – 15 Uhr

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