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Sonderausstellung "Angezettelt"

"Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute"

Jeder kennt sie und überall kleben sie: im Kinderzimmer, auf Toilettentüren, auf Straßenschildern. Klebemarken und -zettel, auch Sticker oder Spuckis genannt, sind seit dem späten 19. Jahrhundert massenhaft verbreitet. Genutzt werden sie auch, um Feindbilder zu propagieren. Im Kleinformat belegen sie heute die Beständigkeit des Antisemitismus und kolonialer Traditionen, verschiedene Facetten von Rassismus sowie das Wiedererstarken völkischen Denkens.

„Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute“ erzählt von der Wirkung, aber auch vom Widerstand gegen diese Vorboten der Gewalt. Vom 22. Februar bis 28. April ist die Ausstellung zur Alltagsgeschichte von Judenfeindschaft und Rassismus  erstmals im Norden Deutschlands zu Gast, nachdem sie schon zuvor unter anderem im Deutschen Historischen Museum in Berlin und im NS-Dokumentationszentrum in München zu sehen war.

Mit welchen Mitteln werden Feindbilder erzeugt? Was bedeuten die Symbole und Parolen? Aus welchem historischen Reservoir bedienen sich rechtsextreme Gruppen heute? Anhand eines breiten Überblicks über historische und aktuelle Aufkleber macht die Ausstellung im Jüdischen Museum deutlich, dass der „Krieg der Zettel“ kein Thema der Vergangenheit ist, sondern sich auch in der Gegenwart auf beunruhigende Weise im alltäglichen, öffentlichen Leben manifestiert. Aufkleber wirken suggestiv, sie sind flexibel einsetzbar und haben die Aura des Authentischen. Als analoge Kommunikationsmittel funktionieren sie ähnlich wie die heute in Sozialen Medien verbreiteten Kommentare: Einfache Botschaften werden massenhaft verbreitet und erhalten eine hohe Alltagspräsenz.

„Angezettelt“ will den Blick schärfen für Bilder, Parolen und Symbole und dazu anregen, sich mit tradierten und neuen Erscheinungsformen von Antisemitismus und anderen menschenfeindlichen Ressentiments auseinanderzusetzen. Dazu trägt auch das ambitionierte Begleitprogramm bei, in dessen Rahmen am 3. April der renommierte Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz für einen Vortrag nach Rendsburg kommt („Antisemitismus: Präsenz und Tradition eines gefährlichen Ressentiments“); bereits am 12. März spricht Dr. Marcus Funck vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin über „Die „Neue Rechte“ und die Juden: Antisemitismus, Erinnerungspolitik, Pro-Israelismus“. Darüberhinaus finden Workshops statt zum Thema „Antisemitismus und Verschwörungstheorien heute“, die sich an Multiplikatoren sowie an Schüler richten (Infos unter www.jmrd.de/programm).

„Angezettelt“ ist eine gemeinsame Ausstellung des Zentrums für Antisemitismusforschung TU Berlin, des Zentrums jüdische Studien Berlin-Brandenburg und des NS-Dokumentationszentrums München“.

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