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„Spieglein, Spieglein. Werke des Bildhauers Rainer Kurka“ im Eisenkunstguss Museum

Terrakottafiguren sind vom 23. August bis 8. Dezember zu sehen

Das Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf geht neue Wege: Erstmals seit der Wiedereröffnung vor drei Jahren werden Exponate eines zeitgenössischen Künstlers gezeigt. Der Bildhauer Rainer Kurka ist vom 23. August bis 8. Dezember mit seinen Arbeiten zu Gast. Als Interventionen in der Dauerausstellung treten Plastiken Kurkas unter dem Motto „Spieglein Spieglein“ in den Dialog mit den gusseisernen Personendenkmälern des 19. Jahrhunderts.  

Die meist weiblichen Terrakottafiguren des Bildhauers Rainer Kurka blicken den Betrachter auffordernd, nachdenklich oder melancholisch an. Manchmal sind gleich mehrere Gemütsregungen in den Gesichtern zu erkennen, die zusätzlich durch individuelle Details, wie Äderchen und Sommersprossen, faszinieren. Die Haltung der lebensgroßen Gestalten wirkt natürlich, nicht inszeniert: mal starr, mal lässig. Sie machen den Eindruck, als wären sie nach realen Vorbildern entstanden. Doch es handelt es sich bei den Arbeiten des Künstlers nicht um tatsächliche Porträts. Die Figuren sind Gestalten der Fantasie. 

In ihrer Mehrdeutigkeit und Vielschichtigkeit ziehen die zeitgenössischen Arbeiten den Betrachter nicht nur unmittelbar in ihren Bann. In der Gegenüberstellung mit den gusseisernen Personendenkmälern des 19. Jahrhunderts öffnen sie zudem ein ganz neues Spannungsfeld zwischen idealisierten, realistischen und individuellen Darstellungen von Menschen.

 In welcher Gestalt wird der Mensch in der Skulptur des 19. Jahrhunderts im Gegensatz zu heute festgehalten? Welche Ansprüche und äußeren Einflüsse veranlassen Künstler damals und heute dazu, den Menschen in einer bestimmten Form darzustellen? Geben Porträts des 19. Jahrhunderts die reale Gestalt der dargestellten Person wieder oder spielte auch hier die Fantasie des Künstlers die größere Rolle?

Mit ihrer Platzierung in der Dauerausstellung und damit inmitten der gusseisernen Objekte des 19. Jahrhunderts bewirken die Arbeiten Kurkas einen bewussten Bruch. Der Kontrast ermöglicht einen neuen Zugang sowohl zu den älteren als auch zu den jüngeren Objekten.

Der Vergleich zwischen den zeitgenössischen Arbeiten und den Bildnissen des 19. Jahrhunderts sorgt für die Auseinandersetzung mit Zeitgeist, Zeitgeschmack und gesellschaftlichen Entwicklungen damals und heute. 

Über den Künstler:

Rainer Kurka wird 1973  in Erlangen geboren. Bereits im Alter von 15 Jahren erlernt er die Sandstein-Bildhauerei. Mit dem Schwerpunkt Plastisches Gestalten studiert er Architektur an der TU Darmstadt und Università degli Studi di Firenze. Nach dem Abschluss arbeitet er am Fachgebiet Plastisches Gestalten der TU Darmstadt sowie als Dozent an der FH Wiesbaden am Fachbereich Gestaltung. Als freischaffender Künstler lebt und arbeitet Rainer Kurka seit 2009 in Berlin.

Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf

Ahlmannallee 5
24782 Büdelsdorf

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 12 bis 17 Uhr (Sonntags Eintritt frei)

Download Bildmaterial
Rainer Kurka, Spieglein, Spieglein, 2016, Terrakotta, Acrylfarbe
Spieglein Spieglein
Rainer Kurka, Nabelschau, 2015, Terrakotta, Acrylfarbe
Nabelschau
Rainer Kurka, Lilith, 2017, Terracotta, Acrylfarbe
Lilith
Rainer Kurka, Bittersweet, 2014, Terrakotta, Acrylfarbe
Bittersweet
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