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This is me – queer und religiös?

Neue Fotoausstellung im Jüdischen Museum ab 17. August 2021

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Adriana
Adriana im Jüdischen Museum Rendsburg © Ceren Saner
Ahmed
Ahmed aus Berlin, Blogger, Schriftsteller und Berater © Ceren Saner
Erik
Erik, Kommunikationsberater und Schriftsteller © Ceren Saner
Rachel
Rachel, Berlin, Stadtführerin und Tänzerin © Ceren Saner

Im Jüdischen Museum ist ab 17. August die Fotoausstellung „This is me – queer und religiös?“ zu sehen. Sie vereint 15 Geschichten von 15 sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. Sie sind lesbisch, schwul, bisexuell, trans* oder intersexuell* und gehören verschiedenen religiösen Communities an. Als Fotografin für diese außerwöhnliche Ausstellung konnten Museumsleiter Jonas Kuhn und Co-Kuratorin Mirjam Gläser die Berliner Künstlerin Ceren Saner gewinnen.

Wir alle kennen Filme, in denen Superheld*innen erst einen Selbstfindungsprozess durchlaufen und dann die Welt retten. Die schillernde Hauptfigur, mit Geheimidentität und Maske, ist zu Anfang meist unsicher und zerrissen zwischen zwei Teilen der eigenen Identität. Kurz vor dem Abspann gelingt es ihr jedoch das eigene Ich zu finden und vor aller Welt dazu zu stehen. Bis dahin ist es meist ein langer schmerzhafter Weg.

So ähnlich lassen sich die Geschichten der Persönlichkeiten beschreiben, die das Jüdische Museum bis 17. April 2022 in dieser Fotoausstellung zeigt.  Viele von ihnen machen die Erfahrung, dass sie einen Teil ihrer Identität verstecken müssen, um akzeptiert zu werden. Wenn dieses Versteckspiel nicht mehr zu ertragen ist, beginnen sie einen Selbstfindungsprozess, der oftmals sehr schmerzhaft ist. Denn Angehörige der Mehrheitsgesellschaft schätzen es nicht immer, wenn ihre traditionellen Vorstellungen von Geschlecht, Sexualität und Glaube infrage gestellt werden. Queerfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus gehören daher zum Alltag der 15 portraitierten Menschen.

Ausgrenzung und Diskriminierung begegnet ihnen sowohl im engsten Familie- und Freundeskreis, als auch in ihren queeren und religiösen Communities. Sie müssen unter Umständen viel aufgeben, um zu sein, wer sie schon immer waren und haben sich doch selbst gefunden. Heute zeigen sie sich mutig in der Fotoausstellung „This is me – queer und religiös“.

Die überlebensgroßen Porträts stammen von der Fotokünstlerin Ceren Saner, die 1991 in Istanbul geboren wurde und seit 2016 in Berlin lebt und arbeitet. Sie produziert im Bereich der visuellen Kunst, hauptsächlich Fotografie, aber auch Video und Film. Ceren Saner beschreibt ihre Herangehensweise mit dem Begriff der „privaten Dokumentation“, da ihre Arbeiten überwiegend autobiografische Elemente enthalten und sie das Leben durch die Linse navigiert.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ statt. Sie trifft keine generellen Aussagen dazu, wie queer-religiöse Menschen leben, sondern stellt Individuen vor. Andere Menschen in ähnlichen Situationen können völlig andere Erfahrungen machen. Das Jüdische Museum möchte mit dieser Ausstellung Menschen vorstellen, die in unserer Gesellschaft oftmals unsichtbar bleiben.

Zur Ausstellung ist ein umfangreiches Magazin entstanden. Es enthält auf mehr als 50 Seiten zusätzliche Fotos der Porträtierten, Texte, Biographien, weitere Infos zum Themenbereich Queerness und Religion, ein Glossar. Das Magazin ist zum Preis von 5 Euro im Museumsshop erhältlich.

This is me - queer und religiös?

17. August 2021 bis 17. April 2022

dienstags bis sonntags, 12 bis 17 Uhr

Kurator*innenteam: Jonas Kuhn und Mirjam Gläser, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf

Fotografie: © Ceren Saner

 

 

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